Europa

Griechenland: Tot im Koffer – Schottische NGO-Mitarbeiterin von Afghane in Athen ermordet

Eine 38-jährige Schottin engagierte sich seit Jahren für Hilfsorganisationen, die Geflüchtete und obdachlose Menschen in Griechenland unterstützen. Seit Wochen galt die Frau als vermisst, bevor ihre Leiche in einem Koffer gefunden wurde. Der Polizei gelang es nun, nach Auswertung von Videomaterial den Täter zu ermitteln.
Griechenland: Tot im Koffer – Schottische NGO-Mitarbeiterin von Afghane in Athen ermordet© Urheberechtlich geschützt

Griechische Ermittlungsbehörden haben einen 26-jährigen afghanischen Staatsangehörigen im Zusammenhang mit dem Tod einer schottischen vermissten Frau festgenommen, deren Leiche nach Wochen der Suche bereits Mitte Juli in einem Koffer in einem verlassenen Gebäude im Zentrum von Athen gefunden wurde.

Die 38-Jährige aus Schottland engagierte sich seit Jahren für Hilfsorganisationen, dabei zuletzt laut Informationen britischer Medien als freiwillige Mitarbeiterin für die Hilfsorganisation One Heart, die Flüchtlinge sowie andere schutzbedürftige Menschen in Athen betreut und bei Ämtergängen unterstützt.

Die Frau galt seit Wochen als vermisst. In einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung der Polizei hieß es nun nach Stand der Ermittlungen, dass "gegen einen 26-jährigen Ausländer ein Ermittlungsverfahren wegen vorsätzlichen Mordes, Raubes und Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet" worden sei.

Zuvor war die Leiche der Schottin in einem Koffer in einem leerstehenden, heruntergekommenen Haus im Athener Stadtteil Kypseli von Obdachlosen entdeckt und gemeldet worden. Laut Medienberichten war der potenzielle Täter sodann am vergangenen Donnerstag, zwei Tage nach der öffentlichen Identifizierung der Leiche, von der griechischen Mordkommission zur Vernehmung vorgeführt worden.

Laut Recherchen hatte das Opfer Freunde und Bekannte in Kypseli, wo ihre Leiche zuvor am 18. Juli auf einem ehemaligen Parkplatz entdeckt worden war. Der in Stoff eingewickelte Leichnam war laut Guardian-Artikel "in einem Koffer verstaut worden, der in einem baufälligen, mit Müll übersäten Gebäude auf dem Gelände zurückgelassen worden war."

Laut griechischen Medienberichten handelt es sich bei dem Festgenommenen um einen Afghanen. Den Berichten zufolge soll der Mann jedoch ausgesagt haben, dass die Schottin bereits tot gewesen sei, als er sie gefunden habe. 

Polizeiquellen berichteten indes dem Guardian, dass die mutmaßliche Nutzung von Kreditkarten, die der Schottin gehörten, "durch den Verdächtigen dazu beigetragen habe, dass die Polizei ihn identifizieren konnte." So wurde der Täter von Überwachungskameras dabei gefilmt, wie er mit den Karten an verschiedenen Geldautomaten Geld abhob. "Die Kreditkarten gehörten der Frau. Das spielte eine große Rolle dabei, dass wir auf seine Spur kamen", so die Polizeiquelle.

Zuvor hätten die Ermittler tagelang keinerlei Fortschritte erzielen können, da auf dem Koffer weder Fingerabdrücke noch DNA-Spuren gefunden wurden.

Die Identifizierung des Opfers gelang dann laut Polizeiangaben "trotz des fortgeschrittenen Verwesungszustands anhand von Fingerabdrücken". Über Interpol und mit Unterstützung der Behörden in Großbritannien und Schottland wurde final festgestellt, dass es sich um eine britische Staatsangehörige handelt. Die Frau war Ende Juni nach Griechenland eingereist und hatte sich zuletzt bis zum 10. Juli bei Bekannten im Raum Piräus aufgehalten, teilte die Polizei weiter mit.

Der Afghane wird den Medien zufolge zu Wochenbeginn nun dem Haftrichter vorgeführt, da er "nach Angaben der Polizei nach langen Vernehmungen ein Geständnis ablegte." 

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