
Jahrestag der ukrainischen Invasion im Gebiet Kursk – Hunderte Zivilisten getötet und verletzt

Am Donnerstag jährt sich zum zweiten Mal der Einmarsch der ukrainischen Streitkräfte ins russische Grenzgebiet Kursk. Am 6. August 2024 unternahmen die gegnerischen Truppen einen Großangriff auf die Region. Die Kämpfe dauerten etwa neun Monate. Am 26. April 2025 befreiten Russlands Streitkräfte das Gebiet vollständig vom Gegner.
Mehr als 600 zivile Einwohner seien bei der Invasion getötet worden, wie Swetlana Petrenko, die Sprecherin des russischen Ermittlungskomitees, mitteilte.
"Infolge der grausamen Aktionen der ukrainischen Kämpfer wurden 640 Zivilisten, darunter ein Kind, getötet und 561 Menschen, darunter 25 Kinder, verletzt", sagte sie.
Laut Petrenko hätten die Besatzer unter Einsatz von Waffen und Sprengsätzen schwere Verbrechen gegen das Zivilibevölkerung begangen. Fälle von Massenmord und Plünderungen seien ebenfalls dokumentiert worden.
Darüber hinaus hätten die ukrainischen Kämpfer 53 Kulturdenkmäler, darunter mehrere Kirchen, auf den besetzten Territorien mit Artillerie, Raketenwerfern und Mörsern beschädigt.
Neben ukrainischen Nationalisten sind auch ausländische Söldner ins Gebiet Kursk einmarschiert. Nach Angaben des Ermittlungskomitees waren Staatsangehörige aus Georgien, den USA, Neuseeland, Litauen, Großbritannien und Nordirland sowie weiteren Ländern an der Invasion beteiligt.

Die russischen Ermittler haben Verbrechen registriert, die von ukrainischen Soldaten in mehr als 25 Ortschaften der Region begangen wurden. Insgesamt seien 711 Strafverfahren eingeleitet worden, fügte Petrenko hinzu. Sie präzisierte, dass die russischen Behörden 87.389 Personen befragt und diese als Geschädigte anerkannt hätten. Den durch die Handlungen der ukrainischen Besatzer verursachten Schaden beziffert das Ermittlungskomitee auf 504,9 Milliarden Rubel (etwa 5,3 Milliarden Euro).
Obwohl die besetzten Teile des Gebiets Kursk bereits vor mehr als einem Jahr befreit wurden, gelten mehr als 300 Einwohner der Region immer noch als vermisst. Dies erklärte die russische Menschenrechtsbeauftragte, Jana Lantratowa. "Das Schicksal von 302 Menschen ist weiterhin ungewiss", sagte sie. Lantratowa betonte, dass die russischen Behörden insgesamt 170 Einwohner des Gebiets nach Russland zurückgeführt hätten, die nach der vorübergehenden Besetzung der Region durch die ukrainischen Streitkräfte in die Ukraine verschleppt worden waren.
"Im Jahr 2024 kehrten 46 Personen zurück, 2025 waren es 107 und in diesem Jahr weitere 17. Am 27. Juni kehrten fünf Einwohner der Region in ihre Heimat zurück, deren Schicksal lange Zeit ungewiss war", präzisierte Lantratowa.
Bei der Invasion verloren die ukrainischen Streitkräfte insgesamt mehr als 76.000 Kämpfer sowie mehr als 7.700 Einheiten militärischer Ausrüstung. Etwa 430 ukrainische Soldaten gerieten in Gefangenschaft.
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