
"Dreiste Form der Korruption": Verdacht gegen Trump wegen Insider-Handels erhärtet sich

Harte Anschuldigungen gegen US-Präsident Donald Trump: Angeblich gibt er Insiderwissen weiter bzw. kauft oder verkauft Aktien und andere Assets unmittelbar vor oder nach wichtigen politischen Entscheidungen.
Der US-Ökonom Kenneth Rogoff von der Harvard University sagte nun: "Das Ausmaß der offenen Korruption Trumps und seiner Regierung ist unfassbar." Die historische Watergate-Affäre um Präsident Richard Nixon wirke im Vergleich dazu "wie der Streich eines Pfadfinders", berichtet die Bild am Freitag.
Eine Untersuchung des US-Senders CNN hat nun ergeben, dass Trump auf seinem Truth-Social-Account mehr als 20 Unternehmen beworben haben soll, nur wenige Tage, nachdem er selbst Aktien dieser Firmen gekauft hatte – und dabei Regierungsmaßnahmen ankündigte, von denen die Unternehmen, in die er gerade investiert hatte, profitieren könnten.

Rogoff meint: "Viele Menschen scheinen zu glauben, dass die weitreichenden systemischen Auswirkungen von Trumps Korruption verschwinden werden, aber ich fürchte, das ist Wunschdenken – ganz gleich, wie sehr die Demokraten nach den Zwischenwahlen auch toben und schimpfen mögen."
Aber Trump hat noch ganz andere Pläne: Er plant einen kostenpflichtigen Zugang zu Beiträgen auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social, mit dem Kunden Beiträge wenige Sekunden früher als andere Nutzer sehen – und dadurch von anschließenden Kursbewegungen bei Aktien, Anleihen und Zinssätzen profitieren können. "Trump verkauft beschleunigten, privilegierten Zugang zu Informationen darüber, was er als Präsident tut", meint Kathleen Clark, Professorin an der Washington University School of Law. "Das ist eine weitere dreiste Form der Korruption – eine unangemessene Ausnutzung staatlicher Macht, um sich selbst zu bereichern."
Erstaunlich mutet in diesem Kontext allerdings an, dass die nunmehrigen Korruptionsempörten von CNN bis Rogoff über Verstrickungen der Biden-Familie zu ukrainischen Energiekonzernen kein Sterbenswörtchen verloren hatten.
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